Auf dem Weg zur Weltspitze

GolfAuf der European Tour schlägt nur die Elite ab. Oder einer von wenigen Golfern, der auf Grund außergewöhnlicher Leistungen eine Wild Card erhält. So wie Robin Goger aus Neudauberg, der bei den Austrian Open in Fontana am Start stand. Mit 14 Jahren. Doch das ist längst nicht alles.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Dreijähriger erstmals am Golfplatz, mit sieben Jahren das erste Turnier, mit 11 ein Single Handicap und zeitgleich erstmals Clubmeister in der allgemeinen Klasse. So in etwa liest sich die Biografie eines absoluten Top-Golfers auf der PGA Tour. Genauso liest sich aber auch die Biografie von Robin Goger, dem außergewöhnliches Talent in die Wiege gelegt wurde, der aber genau weiß, was er erreichen will und mit dementsprechender Konsequenz auch erreichen kann.
„Ich will Profi auf der PGA Tour werden. So schnell wie möglich“, sagt der Schüler am Sport BORG Güssing, der für den GC Golfschaukel Stegersbach abschlägt. „Zuerst steht die Matura am Programm, dann stehen ihm alle Wege offen“, sagt Vater Kurt, der Robins Riesentalent schon früh erkannte und der ihn von Kindesbeinen an förderte. Mit Ehrgeiz und Ambitionen, aber ohne gänzlichen Druck. „Den hat es nie gegeben“, erinnert sich Kurt Goger. „Robin war immer gerne am Golfplatz und das sieht man auch“.

Karriere vorgezeichnet

„Ich liebe diesen Sport“, sagt der 14-Jährige, der mittlerweile vierfacher österreichischer Jugend-Meister ist und mit einem Vize-Staatsmeister auch in der allgemeinen Klasse für Aufsehen sorgte. „Ich liebe es Golf zu spielen, weil ich genau spüre, dass mir dieser Sport liegt. Vielleicht ist es meine Unbekümmertheit, die mich so stark macht. Ich bin einfach locker drauf, bin mental stark, fühle mich am Golfplatz wohl und ich weiß was ich erreichen kann, wenn ich konsequent an mir arbeite“. Wahrlich große, doch keinesfalls leere Worte, denn die Erfolge des Neudaubergers sprechen für sich.
„Die Austrian Open in Fontana waren ein Riesending. Mit der absoluten Spitze abzuschlagen und dann auch noch zwei Paar-Runden ins Clubhaus zu bringen war schon großartig“, sagt Robin Goger. „Nur großartig? Es war gewaltig“, hört man in seinem Umfeld. Denn Robin Goger war nicht nur der jüngste Spieler, der je bei der European PGA Tour abschlagen durfte, er knallte das selbe Score wie der zweifache Major-Sieger Jose Maria Olazabal aufs Grün.
Internationaler Durchbruch
Die nächsten Sternstunden ließen auch nicht lange auf sich warten und nach einem Top-Score bei den „Italien Open“ waren es heuer vor allem die prestigeträchtigen „Doral Public Junior Golf Classics“ in Miami, die inoffizielle Golf Nachwuchs WM, die ihm den internationalen Durchbruch brachte. Mit Runden von 68, 68 und 71 landete der Neudauberger in der Klasse Boys 14-15 auf Rang drei und musste sich nur dem wesentlich älteren Dänen Frederik Hammer und dem ebenfalls älteren Franzosen Kenny Subregis geschlagen geben. „Unter diesen Voraussetzungen war der dritte Platz das Maximum und auf dieses Ergebnis kann ich schon sehr stolz sein“, zeigt sich Robin Goger bescheiden. Und stolz sind auch seine Eltern, die Robin unterstützen wo sie nur können und die genau wissen, wo die Stärken ihres Sohnes liegen.
„Ausschlaggebend für den Erfolg ist nicht nur Talent allein. Robin ist ehrgeizig und fleißig, er kontrolliert seinen Schwung, schwingt fast rund um die Uhr. Im Badezimmer, in seinem Zimmer, auf der Terrasse. Doch wesentlich ist auch sein Charakter, seine Geradlinigkeit und seine Ehrlichkeit“, sagt Kurt Goger mit dem Mund eines Vaters, aber auch mit den Augen eines objektiven Beobachters, der selbst über ein Single Handicap verfügt.
„Wenn man die Kugel so trifft wie er, macht das ungemein Spaß und erst kürzlich fragte ich ihn nach seinen Stärken und Schwächen“, sagt Kurt Goger. „Wenn ich so nachdenke habe ich im Moment keine Schwächen“, entgegnete Robin. „Und verantwortlich dafür ist er ganz allein“, sagt sein Vater. „Trainer Simon Tarr ist der ideale Coach zur richtigen Zeit und besonders wichtig ist auch die Schule in Güssing. Robin bekommt viele Freiheiten, wird zu 100 Prozent unterstützt und er weiß, dass er sich auf die Schule und seine Lehrer verlassen kann“, sagt Kurt Goger.

Ehrgeizige Ziele

Doch wohin kann der Weg des 14-Jährigen noch führen? Wie weit kann es wirklich gehen? „Langfristiges Ziel ist die European Tour und diesem Ziel ordne ich alles unter“, sagt Robin Goger. „Für mich gibt es keine Discos, ich geh nicht weg, um mir die Nächte um die Ohren zu schlagen. Ich habe ein Ziel und das will ich auch erreichen“.
Für heuer hat die Qualifikation zum „Juniors Ryder Cup“ absoluten Vorrang und der Weg dahin führt über die European Young Masters in Ungarn. „Und wenn die Leistung passt, kann ich vielleicht auch die British Amateur spielen“, sagt der Neudauberger, der mindestens ebenso oft am Computer sitzt wie andere 14-Jährige. Die meiste Zeit aber, um Termine zu checken, Flüge zu buchen etc.
So wie vor wenigen Wochen, wo zuerst ein Turnier in Spanien auf dem Programm stand und danach eine Trainingswoche in Bulgarien zu absolvieren war. Doch so ist es eben. Das Leben eines talentierten Golfers, der schon mit 14 im Nationalteam steht, der den ganzen Tag am Golfplatz direkt vor der Haustür verbringt und um 9 Uhr abends auch kurz mal zu Hause anruft, ob er noch eine halbe Stunde am Putting Green anhängen darf. Ganz ohne Druck, einfach aus Liebe zum Spiel und weil er wirklich Großes vorhat. Und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn Robin Goger all diese Ziele nicht erreichen könnte...