FUSSBALLAKADEMIE BURGENLAND: "Ein Kühbauer wird geboren"!

Hans Füzi war Bundesliga-Kicker beim SC Eisenstadt und ist seit mehr als zehn Jahren für die burgenländischen Talente im Fußball verantwortlich. Für SPORT im burgenland öffnete Füzi als sportlicher Leiter der Akademie Burgenland die Pforten des modernsten Nachwuchszentrums Österreichs und stand Chefredakteur Michael J. Payer Rede und Antwort.
SPORT im burgenland: Die Fußballakademie Burgenland ist die größte und modernste in Österreich. Wieviele Talente sind derzeit in Mattersburg „beschäftigt“?
HANS FÜZI: Insgesamt haben wir 83 Schüler in der Akademie. Ungefähr 95 Prozent kommen aus dem Burgenland. Dis restlichen Jungs kommen aus Niederösterreich.
SPORT im burgenland: Gibt es die Möglichkeit auch Talente aus dem Ausland in der Akademie unterzubringen?
HANS FÜZI: Ja. Die Voraussetzung ist aber die Aufnahme in die Schulkooperation. Man muss die Reife für das Gymnasium oder die HAK mitbringen. Das in Verbindung mit einem Top-Talent ist die Grundlage um zu uns zu kommen. Und natürlich muss der Spieler bei einem burgenländischen Verein gemeldet sein.
SPORT im burgenland: Früher wurde oft bemängelt dass die burgenländischen Talente von anderen Akademien oder Vereinen im Ausland weggeschnappt werden. Haben wir nun diesen Vorteil?
HANS FÜZI: Wenn man so will ja. Wir haben das schon bei der letzten Anmeldung gemerkt. Unsere Top-Infrastruktur und Ausbildung zeigt schon jetzt Wirkung. Wir hatten Kandidaten aus Wien, der Steiermark, Niederösterreich und auch Oberösterreich. Für das neue Schuljahr haben wir sechs „Nichtburgenländer“ aufgenommen.
SPORT im burgenland: Sie sind nun schon lange als Trainer und Leiter des BNZ dabei. Wie fällt ihr Vergleich zu vergangenen Tagen ohne Akademie aus?
HANS FÜZI: Die Akademie war ein riesen Schritt. Der wichtigste Faktor ist das regelmäßige Training an sechs bis sieben Tagen und die kombinierte schulische Ausbildung. Und die vielen An- und Abreisen fallen jetzt weg. Das war früher schon sehr aufwendig. Jetzt können wir das Training genau timen und an die Schule anpassen.
SPORT im burgenland: Ein Internatsplatz in der Akadmie ist aber nicht Voraussetzung.
HANS FÜZI: Genau. Wir haben 35 Internatsspieler mit quasi „Vollpension“ und der Rest sind Externisten. Die kommen am Morgen zum Training, Schule, Essen usw. und werden von uns auch am Ende des Tages wieder nach Hause gebracht.
SPORT im burgenland: Das bauliche Ergebnis der Akademie ist ja nicht zu übersehen. Gab es dafür Vorbilder für die Umsetzung? Woher holt man sich das Know-How?
HANS FÜZI: Ich kenne alle Akademien in Österreich und natürlich sehr viele in ganz Europa. Da habe ich mir viel angesehen. Meine Erfahrungen habe ich natürlich versucht so gut es ging in den Rahmen unserer Möglichkeiten einzubringen. Aber wir sind ja nicht allein die Akademie. Auch der SV Matters burg hat seine Vorstellungen eingebracht. Somit ist alles in einem Miteinander enstanden.
SPORT im burgenland: Es ist immer wieder die Sprache von den Talenten. Wieviel Talent macht einen guten Fußballer aus?
HANS FÜZI: Das ist eine gute Frage. Um wirklich die Ziele zu erreichen spielen sehr viele Faktoren eine Rolle. Jeder will Budnesliga spielen und natürlich auch soviel verdienen wie möglich. Wir sind dazu da, um eine Top-Basis zu schaffen. Die Einstellung hierher zu gehen muss man erst aufbringen. Hier fünf Jahre lang täglich trainieren, eine Schule zu machen und auch am Wochenende unterwegs zu sein bedarf schon einer gewissen Konsequenz. Das ist aber nicht alles. Wir haben mehrere Ziele. 1. Eine gute Ausbildung um Spieler für den SV Mattersburg und die Bundesliga zu erhalten. 2. Alle werden keine Spitzenkicker und gehen wieder zurück in die Vereine. Wir wollen eine gute Basisausbildung schaffen um das ganze Niveau im Burgenland zu heben. Dazu sind wir genauso da. Aber natürlich soll es der eine oder andere auch ins Nationalteam schaffen.
SPORT im burgenland: Die Erwartungshaltung liegt sehr hoch. Wann gibt es den neuen Kühbauer?
HANS FÜZI: Einen Kühbauer kann man nicht erzeugen. Solche Spieler werden geboren. Den Spielern die da sind können wir durch gute und harte Arbeit das Rüstzeug mitgeben um eine sehr gute Basis zu schaffen. Wie schon gesagt spielen dann sehr viele Faktoren eine Rolle. Momentan schaut es allerdings ganz gut aus. Schon jetzt spielen einige ehemalige BNZ-Spieler beim SVM eine gute Saison. Das Gesamtpaket der Akademie ist in Ordnung. Verbesserungen wird es aber immer geben. Das ist ganz klar.
